„Umsatz-Würger“ 2G in Bundesland Nr. 4 gekippt

Die nicht nur ineffektive sondern insgesamt sogar schädliche 2G-Regelung ist nun im vierten Bundesland in Folge für den Einzelhandel gekippt worden. Nach Niedersachsen, dem Saarland und jüngst Bayern nun auch in Baden-Württemberg.

Aus unserer Sicht völlig zu Recht fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) das 2G-Aus für ganz Deutschland. Nachweislich stellt weder der stets offengebliebene und stark frequentierte Lebensmittel-Einzelhandel noch der sonstige Einzelhandel eine nennenswerte Infektionsquelle dar (vgl. Datenmaterial hier). Auf der anderen Seite verzeichnet gerade der mittelständische Handel oft hohe Umsatzeinbußen durch 2G.

„Die politischen Entscheidungsträger müssen endlich für alle Bundesländer die Konsequenzen ziehen. Die Regelung, die nichts zum Kampf gegen die Pandemie beiträgt, aber massive Umsatzverluste bei den betroffenen Händlern auslöst, muss jetzt schnellstens bundesweit fallen“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Einkaufen mit Maske, Abstand und Hygienekonzept ist überall sicher. Da kann und darf es keine geografischen Unterschiede geben.“ (vgl. Artikel).

2G im Einzelhandel – trotz hoher Omikron-Anfälligkeit Geimpfter?!

Auch der Wochenbericht des RKI vom 20.1.2022 bestätigt wieder eine scheinbar hohe Anfälligkeit Geimpfter und gerade auch Geboosterter für Omikron. Sie sind auch unter den schweren Verläufen in relativ hoher Anzahl zu finden (vgl. Analyse der einschlägigen RKI-Statistik hier). Auch wenn es sich nur um erste Zahlen handelt (da Omikron erst seit Januar in Deutschland „wirksam“ wird), stellt sich doch die Frage: Ist eine 2G-Zugangsregel im Handel – bzw. die Privilegierung Geboosterter an anderen Orten – wirklich sachlich gerechtfertig?

Erste Erfahrungen aus dem früh und schwer von Omikron betroffenen Bremen deuten auf eine Bestätigung unserer früh formulierten These zur Omikron Gefährlichkeit hin (vgl. Artikel). Und mit dem Saarland setzt nun das dritte Bundesland 2G im Einzelhandel aus (vgl. Artikel).

2G-Regel in Bayern im Handel ausgesetzt

Die – in vieler Hinsicht unsinnige und schädliche2G-Regel im Einzelhandel ist nun auch in Bayern ausgesetzt. Anders als in Niedersachsen waren hier zwar wohl formale Gründe ursächlich. Vorbildlicherweise verzichtet die dortige Politik jedoch darauf, nachträglich zu versuchen, die Regelung wieder in Gang zu setzen (vgl. Welt-Artikel).

Ob der durch das entgangene Weihnachtsgeschäft entstandene Schaden wieder ausgeglichen werden kann, erscheint allerdings fraglich.

In allen weiteren Bundesländern könnte dieser Schaden nun nochmals gesteigert werden, da Gesundheitsminister Lauterbach und das ihm unterstellte RKI in einer Art „Nacht-und-Nebel-Aktion“ den Genesenen-Status auf nur noch 3 Monate (statt bislang 6 Monate) verkürzt hat (vgl. auch dazu Welt-Artikel).

Dadurch wird die Anzahl potentieller Kunden ohne jegliche überzeugende Begründung nochmals eingeschränkt. Als Vorwand wird Omikron angeführt, was angesichts der Fakten und den Erfahrugnen im Vereinigten Königreich und in Südafrika sehr kontruiert wirkt (dazu hier mehr).

Höhepunkt Omikron-Welle vermutlich Ende Januar ´22

Vergleiche mit den statistischen Entwicklungen in Südafrika und nun v.a. dem Vereinigten Königreich (UK) lassen ein weiter dynamisches Anwachsen der Infektionszahlen in Deutschland bis ca. Ende Januar 2022 erwarten. Der Höhepunkt der Neu-Infektionen wäre damit ca. 4 Wochen nach Start der Welle – und damit schneller als bei vorangehenden Wellen zu erwarten. Ebenso könnte die Welle auch schneller „auslaufen“.

Siehe: These Auswirkung Omicron Mutante